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06.06.2009 ...Meine erste Disqualfikation...
... nach gefühlten;-) hundert Jahren Triathlon ist perfekt! Oder eben nicht perfekt, wie der gesamte Wettkampf, der für eine Erstveranstaltung, meiner Meinung nach, erschreckend schecht organisiert war. Aber ich möchte der Reihe nach berichten und dabei versuchen mein fluchen (mein Ärger ist eben noch sehr frisch) auf eine Minimum zu beschränken.

Los gings am Freitag und gegen Mittag erreichten wir Ferropolis. Wer schon einmal dort war, der weiß wie genial die Location ist. Riesige Abraumbagger, eine tolle Arena und für uns Athleten super Asphalt für schnelle Radzeiten. Leider gab es keinen Radservice und auch keine Bikeparts wie Schläuche oder Reifen zu kaufen, was einen befreundeten Händler so sehr störte, dass er mich anrief und wir ihm alles gewünschte aus dem Bike-Center lieferten. In der Zwischenzeit wollte ich meine Startunterlagen holen, was sich aber als schwieriger als gedacht gestalten sollte. Die Zeitmessfirma (Insider wissen schon wer) hatte leider ihre Daten nicht aktualisiert, ich stand nicht in der alten Liste und musste bis 16Uhr warten, bis die Jungs da waren. Danach musste ich eine weitere Stunde absitzen, weil die Rechner erst aufgebaut und die Daten hochgeladen werden mussten. Danach hatte ich noch Ärger mit meiner Badekappe (ein Damenmodell), aber gegen halb sieben konnten wir den Check in erfolgreich abschliessen. Eine Pastaparty gab es bei 95 Euro Startgeld übrigens beim ITT-Ferropolis auch nicht, aber wir fanden einen netten Italiener in Dessau.

Heute, Samstag, Raceday! Die Profis wurden wohl falsch informiert, zumindest teilte sich das Feld vor der ersten Boje, wobei eine Teil nach links und einer nach rechts schwamm. Wir Amateure waren 5 Minuten später dran und stürtzten uns ins 16 Grad kalte Wasser. Ich erwischte einen super Start und gute Arme, auf jeden Fall führte ich nach ca. 800m eine kleine fünf Mann starke Gruppe an. Kurz vorm Ziel (1,9km) setzte ich mich leicht ab und lief als erster Amateur in die Arena. Hier der erste Schreck! Da man bei der Vergabe der Stellplätze völlig unüblich für eine Großveranstaltung nach dem Motto "Wer zuerst kommt, malt zuerst" verfahren war, hatte jemand mein Rad etwas weggeschoben und dabei meinen Helm runtergeschmissen. Dieser war einfach weggekullert und so hieß es suchen. Danke an den netten Staffelteilnehmer für die tatkräftige Hilfe!

Rad lief genauso gut, wie schon zuvor das Schwimmen. Danke an meinen Trainer Thomas - wir haben alles richtig gemacht!!! Leider fuhr ich an der Zieleinfahrt vorbei (ein Fehler der später zu meiner Disqualifikation führte) und wurde durch einen Zuschauer daraufhingewiesen. Keine Zeichnung auf der Straße, keine Markierung an der Kurve, einfach Nichts. Als ich dann umdrehte um zurückzufahren, hatte ich ca. 1min verloren. Kein Problem, jetzt keine negative Stimmung aufkommen lassen! Ich fuhr zu Start und Ziel, ab in den Wendekreis und wieder zurück. Auf einmal fährt ein Kampfrichter neben mir. 3 Minuten Zeitstrafe wegen Verlassen der Wettkampfstrecke! Bitte was? Ich habe ja nicht einmal davon profitiert! Diskutieren zwecklos. Danach bin ich völlig ratlos weiter gefahren und habe mir überlegt, was ich tue.

Platz 6 gesamt in die Wechselzohne und locker loslaufen. Die Stimmung war gut, ich wollte danach mit dem Kampfgericht reden. Ein Rennen so zu verlassen um eine Strafe abzusitzen, die ich eigentlich nicht absitzen müsste, empfand ich als falsch. Außerdem wäre es fraglich gewesen, ob ich am Ende eine Zeitgutschrift wieder bekommen hätte. Also lief ich auf Platz 6 und freute mich auf die erste Cola, eine Freude die leider nie erfüllt werden sollte. Es gab auf der gesamten Laufstrecke nur zwei Verpflegungsstellen, eine nur mit Wasser (welches gegen Ende ausging) und eine mit Wasser und RedBull. Keine Bananen, Obst, Melone usw. Um es kurz zu machen, mein Magen rebellierte nach einem Drittel der Laufstrecke, ich musste mich zweimal übergeben, um dann mit einem Minimum an Energieleistung in Richtung Ziel zu trotten, welches ich nach ca. 4:25h erreichte.

Danach gab es einen schweren Regenguss, darum fuhren Biene und ich erst einmal nach Hause. Die Siegerehrung sollte ja erst 20 Uhr stattfinden. Dann ein Anruf von Christian Ritter (Platz 3 gesamt) - Tom du musst herkommen, die starten das schon 18Uhr. Also wieder zurück und nach viel suchen (Ausschilderung ein Fremdwort) hatten wir die alte Werkhalle gefunden. Darin ca. 80 Leute von vormals 800, kein Siegerpodest, aber ein Liste in der ich nicht zu finden war. Daraufhin bin ich auf das Drängen meiner Freunde zum Veranstalter gegangen: "Entschuldigung, ich stehe nicht in der Liste." Die einfache Antwort: "Einspruchsfrist ist nur 30Minuten nach Aushang der Ergebnisse möglich!!"! Ich bin dann trotzdem noch geblieben, zum einen weil es unsportlich gegenüber den zu Ehrenden gewesen wäre, zum anderen war ich so geschockt, dass ich durch einen klaren Absperrungsfehler (bei den Pros ist das Führungsfahrzeug auch aus Unwissenheit gerade durchgefahren) einfach meinem Finish beraubt worden bin.

Mein Fazit zum ITT-Ferropolis (kann gern in der Form an den Veranstalter weitergeleitet werden): 95 Euro Startgeld, für die man kein Finishershirt, keinen Radservice und keine Pastaparty bekommt, dazu unzureichende Verpflegung, eine schlecht bewachte und wenig gekennzeichnete Strecke sowie einen unfreiwilligen Kampf um den Wechselplatz. Ich bin enttäuscht, weil mir sofort eine Handvoll Veranstaltungen einfallen, bei denen man mehr für weniger Geld geboten bekommt. Leider!!!

Nächste Woche bin ich in Moritzburg, um an meinem vierten Sieg zu arbeiten;-)) Ich möchte allen Danken, die mich unterstützt haben und denen ich leider nichts Besseres bieten kann:-(

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