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14.07.2008 …Wieder zu Hause ...
... und jetzt versuche ich erst einmal, wieder richtig gesund zu werden. Leider ist die Chance auf Hawaii für 2008 Geschichte. Doch erst einmal der Reihe nach...

...von Montag bis Mittwoch hatte ich mich in die geübten Hände der Physioterapie Sperling in Leipzig gegeben, um eine leichte Verhärtung an der Ferse in den Griff zu bekommen. Diese muss wohl in den letzten Belastungswochen entstanden sein. Aber am Mittwoch, nach der letzten Behandlung, war ich zu hundert Prozent wieder schmerzfrei.

Am Donnerstag fuhren wir in Richtung Crailsheim, zum einen um nicht die knapp 700 Kilometer am Stück zu fahren und zum anderen, um noch einmal ein leichtes Lauftraining durchzuführen. Das Wetter war super und so liefen wir um einen schönen Waldsee nahe der Autobahn und konnten am Abend die gute fränkische Küche geniessen. Freitag ging es dann weiter nach Zürich, die letzten 300 Kilometer vergingen trotz "ruhiger" Schweizer Autobahn wie im Flug, so dass ich meine Startunterlagen gegen Mittag an der Landiwiese abholen konnte und auch noch Zeit für einen kleinen Plausch bei blueseventy hatte. Es ist ja immer schön, wenn man Sportkollegen, Sponsoren oder Freunde treffen kann und eine solche Großveranstaltung bietet dazu einen tollen Rahmen. Beim Fachsimpeln waren natürlich die Wetterbedingungen für den Renntag das Topthema. Auf jeden Fall sollte es regnen, bei den Temperaturen waren wir uns nicht ganz einig.

Den Samstag vor dem Rennen begann ich, nach einer langen ruhigen Nacht, mit einem ausgiebigen Frühstück. Danach ein kleiner Lauf, Mittagessen und dann noch zum Bike Check-in. 21Uhr lag ich im Bett und versuchte zu schlafen, was mir leidlich gelang.

Sonntag - Raceday! Es regnete beim Aufstehen, beim Bahnfahren, bei den letzten Handgriffen im Wechselgarten und auch beim Gang zum Start. Egal, ich war hochmotiviert und auch auf das Wetter eingestellt. 7 Uhr - the race is on! Ich konnte mich gleich in einer starken Gruppe festsetzen und nach etwa 2km Schwimmen die ersten der 5min früher gestarteten Profis einsammeln. Mir war warm und ich fühlte mich gut. Die letzten 1,8 Kilometer waren nur durch einen planmässigen Landgang über eine Insel unterbrochen wobei auch eins der Bilder enstand. Danke Biene!

Raus aus dem Wasser und rauf aufs Bike! Die ersten 30 Kilometer im strömenden Regen liefen gut. Mir war zwar kalt, aber ich sammelte langsam Athleten ein. Darunter auch einige Profis, was immer ein gutes Zeichen ist. Leider nahm der Regen zu diesem Zeitpunkt stark zu und ich entschied mich, die nächsten 5km bergan etwas schneller als im "Fahrplan" vorgesehen zu fahren, um wieder warm zu werden. Das gelang mir so gut, dass ich nicht nur warm, sondern auch in den Top 20 den ersten Berg erreichte. In der Abfahrt kam dann mein erstes Problem. Durch das Tempo waren meine Finger im Regen so stark unterkühlt, dass ich mein Bike nicht genügend abbremsen konnte und in eine Beschilderung rutschte. Aufstehen war das eine, das Rad und den Körper kontrollieren das andere. Der Schreck steckte mir noch in den Gliedern und ich rollte mit dem "Feld" ein paar Kilometer mit, bis ich durch die Kälte meinen Körper kaum noch spüren konnte.

Aufgabe! Diese Entscheidung viel mir sehr schwer, aber wie richtig sie sein sollte zeigte sich bei Kilometer 90 in der Wechselzone. Ich stieg vom Rad und sah nur noch meinen Helm auf die Straße rollen. An den Rest kann ich mich kaum erinnern, Dank an Anja, die sich um den Arzt, den Transport usw. gekümmert hat. Richtig zu mir gekommen bin ich erst im Sanitätszelt, mit einer warmen Infusion in der Hand und am ganzen Körper schlotternd. 33,9Grad Körpertemperatur!!! Ich bin wohl wirklich bis zum Umfallen gefahren, mehr war inmeinem Körper nicht drin. Zum Glück konnte Biene mein Handy reinschmuggeln und so konnte ich mit der Außenwelt kommunizieren. An dieser Stelle einen großen Dank ans Ärzteteam für die schnelle und bestimmte Hilfe - ja ich hatte etwas Angst vorm "pieksen".

Zwei Stunden später durfte ich raus, meine Mutter hatte zusammen mit meinem Bruder meine trockenen Sachen besorgt. Biene schob das Bike mit allen Sachen und ich hatte mit mir zu tun. Die Nacht war die Hölle, ich konnte kaum atmen und mir tat alles weh. Aber heute, einen Tag danach, sieht alles schon wieder anders aus. Neben einer ordentlichen Erkältung werde ich wohl nichts bleibendes behalten außer der Gewissheit, dass ich mein Vorhaben Hawaii 2008 zu den Akten legen muss. Jetzt heißt es erst einmal wieder gesund werden, dann kommt noch Buli, 3 Halbdistanzen, unter anderem mit dem 70.3 Wiesbaden, und danach werde ich gemeinsam mit meinem Trainer Thomas Moeller den nächsten Ironman planen. Vielleicht mal ein frühes Rennen?

Ein Großes Dankeschön an Familie, Freunde, Trainer und Sponsoren für die Unterstützung - ein besonderer Dank an Biene, die mich die ganze Zeit nicht aus den Augen gelassen hat, Du bist toll! Die Saison ist noch lang und ich weiß, dass noch einiges in mir steckt. Es kann ja nicht immer regnen, in diesem Sinne auf ein Neues!

 

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